Die Frage, ob Menschen von Medien in einem pathologischen Sinne abhängig werden können, hat durch die Entwicklung des Internets und seiner Derivate an Aktualität gewonnen.
Die Erstbeschreibung des Phänomens der Internetabhängigkeit war von dem New Yorker Psychiater Ivan Goldberg im Jahre 1995 zunächst ironisch gemeint.
Wenngleich die phänomenologische Einordnung nach wie vor unklar ist, so scheint unter den bisher an der Erforschung beteiligten Wissenschaftlern weitgehende Einigkeit darin zu bestehen…
Da die Instrumente zur Untersuchung von Internetabhängigkeit bisher nicht wirklich dafür validiert sind...
Ähnlich wie bei stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen ist es auch bei der nicht-stoffgebundenen Internetabhängigkeit sinnvoll, auftretende komorbide Störungen aus zwei Blickwinkeln zu betrachten.
Eine eigene Untersuchung zur phänomenologischen und diagnostischen Einordnung von Internetabhängigkeit setzte sich aus einer Hauptstudie und drei Zusatzstudien zusammen.
Phänomenologisch spricht einiges dafür, dass die neuen digitalen Medien angesichts ihrer ubiquitären Verfügbarkeit und ihrer scheinbar grenzenlosen Interaktivität eine für Medien neuartige Dimension der Beziehung zu ihrem Konsumenten ausbilden, die eine Abhängigkeitsentwicklung befördern können
Aus psychiatrischer Sicht gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten, das klinische Phänomen der Internetabhängigkeit diagnostisch einzuordnen.
Da die zuvor vorgestellten Ansätze zur Erklärung und Einordnung von Internetabhängigkeit noch relativ weit von einer abschließenden wissenschaftlichen Fundierung entfernt sind, können bisher keine evidenzbasierten Therapieempfehlungen gegeben werden.