Beiträge & Veröffentlichungen des Fachverbands

Neufassung der Medienregulation im neuen Jugendschutzgesetz

Statement des Fachverbands Medienabhängigkeit e.V.

 

Mit den finalen Beratungen des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Jugendschutzgesetzes im Bundesrat am 26.3.2021 sind neue Regelungen des Medienschutzes und der Medienregulation auf den Weg gebracht worden. Unter der Führung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sind dabei viele positive Änderungen und Aktualisierungen umgesetzt. Das Gesetz soll am 1.5.2021 in Kraft treten.

 

In seinem Statement unterzieht der Fachverband Medienabhängigkeit e.V. den vorliegenden Entwurf einem kritischen Blick und formuliert dringende Empfehlungen zur Optimierung.

 

Statement Jugendschutzgesetz

Neufassung des Positionspapiers zur Prävention von computerspiel- und internetbezogener Störung des Fachverbandes Medienabhängigkeit e.V.

PRESSEMITTEILUNG vom 1.12.2020

 

Dieses Jahr hat coronabedingt medial viele Neuerungen mit sich gebracht und viele bestehende Techniken selbstverständlich werden lassen. Homeschooling, Onlinemeetings, virtuelle Konferenzen, Videochats mit der Familie gehören mittlerweile zu unserem Sprachgebrauch und (Arbeits-)Alltag. Gleichzeitig steht die Anerkennung verschiedener Verhaltenssüchte, so auch der Computerspielsucht, als Krankheitsbild im ICD 11 durch die WHO bevor. Dies hat der Fachverband Medienabhängigkeit e.V. zum Anlass genommen sein Positionspapier Prävention zu überarbeiten und um aktuelle politische Forderungen zu ergänzen.

 

Die umfassende Ausdehnung der Nutzungsmöglichkeiten des Internets ist gerade in Zeiten von Kontaktbeschränkungen ein Zugewinn in vielen Lebensbereichen. Auch wenn der Internetgebrauch bei der Mehrheit der Nutzenden keine gesundheitlichen Probleme erzeugt, sind aktuell bei einem zu hohen Bevölkerungsanteil problematische bis hin zu suchtartige Nutzungsmuster feststellbar. Andererseits muss eine genaue Definition einer sogenannten internetbezogenen Störung und insbesondere einer Abgrenzung von einer lediglich intensiven Nutzung getroffen werden. Gerade in der Covid-Pandemie hat dies dazu geführt, dass Verhaltenssüchte insgesamt durch den Wegfall bzw. der Einschränkung terrestrischer Angebote und Aktivitäten, der sozialen Isolation und der erzwungenen Inaktivität sowie des Bedeutungsgewinns von Onlineangeboten deutlich zugenommen haben (vgl. Rumpf et al., 2020; Bilke-Hentsch et al., 2020).

 

Aufgrund der vermehrten, aktuell notwendigen, Verlagerung des Freizeit- und Berufslebens ins Digitale ist es wichtig, diesen Bereich in den Fokus zu nehmen und Menschen frühzeitig dabei zu stärken, ihre digitale Balance zwischen ON und OFF zu erkennen oder diese wieder zu erlernen. Durch eine flächendeckende professionelle Präventionsarbeit muss sichergestellt werden, dass alles getan wird, damit die Nutzung der digitalen Medien ein Zugewinn für die Gesellschaft sowie jeden Einzelnen bleibt und die Risiken und möglichen negativen Gesundheitsfolgen so gering wie möglich gehalten werden. Verschiedene Forschergruppen weisen inzwischen darauf hin, dass es eine dringende Notwendigkeit für Verhaltens- und Verhältnisprävention gibt, damit den sich entwickelnden problematischen Nutzungsmustern frühzeitig vorgebeugt wird.

 

Wir freuen uns daher, Ihnen hiermit das aktualisierte Positionspapier zur Prävention von computerspiel- und internetbezogener Störung des Fachverbandes Medienabhängigkeit e.V. vorstellen zu können. Alle Inhalte erläutern wir gerne auch im persönlichen Gespräch.


Dr. Kai W. Müller
1. Vorsitzender des Fachverband Medienabhängigkeit e.V.

 

Kristin Schneider, Diplom Sozialarbeiterin, Lost in Space, Caritas Berlin
Andreas Pauly, Diplom Sozialpädagoge, update Fachstelle f. Suchtprävention, Caritas u. Diakonie Bonn, Vertreter der AG Prävention des Fachverband Medienabhängigkeit e.V.

 

Download der Pressemitteilung

Prävention der computerspiel- und internetbezogenen Störung

Positionspapier des Fachverbands Medienabhängigkeit e.V.

 

Es besteht ein Konsenspapier Problematisches Computerspielen und Computerspielstörung (Gaming Disorder) zwischen dem Fachverband Medienabhängigkeit e.V. und der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen vom Juni 2020. In diesem Positionspapier stellen beide gemeinschaftlich auch ihre Position in Bezug auf die Prävention von problematischem Computerspielen bzw. einer Computerspielstörung in unserem Land dar. Zur ergänzenden Lektüre und Schwerpunktsetzung hat sich der Fachverband in seiner AG Prävention dazu entschieden das bestehende Positionspapier Prävention von Computerspielabhängigkeit zu aktualisieren.

 

Positionspapier Prävention

Problematisches Computerspielen und Computerspielstörung

Ergebnispapier einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. und des Fachverbands Medienabhängigkeit e.V.

 

Das Papier „Problematisches Computerspielen und Computerspielstörung (Gaming Disorder)“, welches eine „Bestandsaufnahme und Positionierung in den Bereichen Prävention und Frühintervention, Beratung, Behandlung und Rehabilitation sowie Forschung“ zu internetbezogenen Störungen darstellt, entstand als Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) und dem Fachverband Medienabhängigkeit. Vertreter beider Verbände haben viel Zeit und Energie investiert, um dieses Dokument auf den Weg zu bringen und einerseits einen Blick auf all das zu werfen, was im Zusammenhang mit internetbezogenen Störungen bereits erreicht wurde und andererseits kritische Denkanstöße zu allem, was noch initiiert werden muss, zu liefern. Der Fachverband Medienabhängigkeit begrüßt ausdrücklich, dass diese gelungene Kooperation zwischen beiden Verbänden zu Stande gekommen ist und dabei ein überaus fundiertes Papier herausgekommen ist. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns, dass weitere Kooperationen geplant sind und blicken diesen gespannt entgegen!

 

Ergebnispapier Gaming Disorder

Stellungnahme zum Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag

Der Fachverband Medienabhängigkeit e.V. nahm an der Verbändeanhörung am 19.02.2020 teil

 

Mit Interesse und Besorgnis hat der Fachverband Medienabhängigkeit e.V. den Entwurf zur Neuregulierung des Glücksspielwesens in Deutschland verfolgt. Daher formulierte unser Verband nach ausführlicher Sichtung des Vertragsentwurfs eine Stellungnahme, die das Vorstandmitglied Christian Groß im Rahmen der nichtöffentlichen mündlichen Verbändeanhörung am 19. Februar 2020 in der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf vorstellen konnte.

 

Stellungnahme
Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag

Computerspielsucht als Erkrankung durch die WHO anerkannt!

Das neue ICD-11 wurde nun verabschiedet und tritt 2022 in Kraft

 

(Hannover, 23.5.2019) Auf ihrer 72. Weltgesundheitsversammlung hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über die bereits im Sommer 2018 vorgestellten Vorschläge abgestimmt und das neue ICD-11 verabschiedet. Es wird im Jahr 2022 in Kraft treten. Dies bedeutet auch, dass Computerspielsucht (als „Gaming Disorder“) nun tatsächlich als diagnostizierbares Störungsbild und somit als Erkrankung anerkannt ist. Das ist in erster Linie ein großer Erfolg für Betroffene und deren Angehörige, für die hiermit eine Grundlage zur besseren Versorgung geschaffen wurde. Auch für Behandelnde bietet die nun mögliche Diagnose eine Form der Handlungssicherheit – erstens sind nun definierte diagnostische Kriterien verfügbar, zweitens wissen Behandelnde nun, dass sie Computerspielsucht auch offiziell behandeln dürfen und nicht länger nach Querfinanzierungen suchen müssen.

 

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Unsere aktuellsten
Beiträge & Veröffentlichungen

Statement JuSchG (05.04.2021)

Neufassung des Präventionspapiers (1.12.2020)

Position Prävention (2020) (01.12.2020)

Papier Gaming Disorder (15.06.2020)

Stellungnahme Staatsvertrag (07.02.2020)

Computerspielsucht als Erkrankung anerkannt! (23.05.2019)


Pressesprecherin