RIEN NE VA PLUS: Nichts geht mehr oder ist noch alles drin? Online-Verhaltenssüchte im Wandel der Zeit
Internetsüchte oder Online-Verhaltenssüchte haben mittlerweile doch schon den einen oder anderen Sommer gesehen, sind jedoch längst nicht in die Jahre gekommen. Sie bleiben also das, was sie schon immer waren, Störungsbilder, die Rätsel aufgeben und gleichzeitig erhebliche psychosoziale Beeinträchtigungen und psychopathologische Belastungen mit sich bringen. Dabei kennzeichnen sie sich aber in besonderem Maße durch einen stetigen Wandel, durch neue Erscheinungsformen, zuvor undenkbare Verschmelzungen und Mechanismen sowie immer neue Betroffenengruppen aus – nicht zuletzt dadurch, dass immer neue technische Entwicklungen voranschreiten. Dementsprechend müssen sich helfende Fachleute aus Prävention, Beratung und Psychotherapie auf immer neue Entwicklungen und Betroffenengruppen einstellen, was häufig nicht leicht ist. Dabei entstehen parallel zur technischen Entwicklung immer innovativere Ansätze von Prävention, Beratung und Behandlung, die vor allem auch den verbesserten Zugang zur Hilfe in den Blick nehmen. Dass diese Ansätze auch jetzt schon zur Verfügung stehen, haben wir uns im Rahmen unseres diesjährigen Symposiums gewidmet.
Der Fachverband Medienabhängigkeit e.V. lud mit Freude alle Interessierten, Fachleute aus Praxis und Forschung und seine Mitglieder zu seinem diesjährigen Symposium nach Wiesbaden ein. Wiesbaden hält für dieses Thema eine besondere Tradition bereit, die schon Dostojewski zu seinem Roman „Der Spieler“ inspiriert hatte. Und wenn sich auch das Spiel in unserer modernen Zeit schon lange vom Roulette-Kessel hin zu Online-Casinos, Computerspielen und sozialen Netzwerken mit ihrer „social Currency“ bewegt hat, sahen wir es doch als besondere Gelegenheit an, uns in dieser traditionellen Kulisse gemeinsam Gedanken über das Gewesene, das Aktuelle, das Werdende und unseren Umgang damit zu machen.
